Ein umfassender Überblick über den Schweizer Solarmarkt: Akteure, Berufsbilder, Marktentwicklung und Zukunftstrends.
Die Photovoltaik-Branche ist einer der dynamischsten Wirtschaftszweige der Schweiz. Getrieben durch die Energiestrategie 2050, steigende Strompreise und ein wachsendes Umweltbewusstsein erlebt die Branche seit Jahren ein starkes Wachstum. Die PV-Branche schafft Arbeitsplätze, fördert Innovation und leistet einen zentralen Beitrag zur Schweizer Energiewende.
In der Schweiz sind heute Tausende von Unternehmen in der Solarbranche tätig – von spezialisierten Installationsbetrieben über Planungsbüros bis hin zu Grosshändlern und Technologieunternehmen. Die Branche bietet vielfältige Karrieremöglichkeiten und wächst weiter.
Swissolar ist der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie und vertritt die Interessen der Solarbranche auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Der Verband zählt über 1'000 Mitglieder und setzt sich für den Ausbau der Solarenergie in der Schweiz ein. Swissolar organisiert die Fachmesse «Swissolar» und zertifiziert Solarprofis.
Pronovo ist die akkreditierte Zertifizierungsstelle für die Erfassung und den Handel von Herkunftsnachweisen sowie für die Abwicklung der Förderprogramme des Bundes (Einmalvergütung). Jeder Betreiber einer Solaranlage hat mit Pronovo zu tun, wenn es um die Beantragung der Fördergelder geht.
Das BFE ist die zentrale Bundesbehörde für Energiefragen und zuständig für die Umsetzung der Energiestrategie 2050. Es erstellt Statistiken zur Solarenergie, entwickelt Förderprogramme und setzt die politischen Rahmenbedingungen.
Jeder Kanton hat eine eigene Energiefachstelle, die für die Umsetzung der kantonalen Energiepolitik zuständig ist. Diese Stellen beraten zu Förderprogrammen, Bewilligungen und energetischen Sanierungen.
Die PV-Branche bietet eine Vielzahl attraktiver Berufe mit guten Zukunftsaussichten. Der Fachkräftemangel in der Branche sorgt für überdurchschnittliche Löhne und sichere Arbeitsplätze.
Solarinstallateure sind für die fachgerechte Montage von Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden verantwortlich. Der Beruf erfordert handwerkliches Geschick, Schwindelfreiheit und technisches Verständnis. Es gibt eine eidgenössische Berufsprüfung zum/zur «Solarmonteur/in mit eidgenössischem Fachausweis».
Solarplaner/innen entwerfen und dimensionieren Solaranlagen. Sie erstellen Ertragsberechnungen, wählen die Komponenten aus und sorgen für die optimale Auslegung der Anlage. Auch hier gibt es eine eidgenössische Berufsprüfung.
Für den elektrischen Anschluss von Solaranlagen sind konzessionierte Elektroinstallateure erforderlich. Viele Elektrofachleute spezialisieren sich auf den Bereich Solarenergie und Energiespeicher.
Energieberater/innen helfen Hausbesitzern und Unternehmen bei der Planung ihrer Energiezukunft. Sie analysieren den Energiebedarf, empfehlen Massnahmen und begleiten die Umsetzung. Solar ist dabei häufig ein zentrales Element.
Der Schweizer Solarmarkt hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Einige der wichtigsten Trends:
Der jährliche Zubau an PV-Leistung hat sich in der Schweiz zwischen 2020 und 2024 mehr als verdoppelt. Von rund 500 MW im Jahr 2020 auf über 1.5 GW im Jahr 2024. Dieses Wachstum wird durch politische Massnahmen, sinkende Modulpreise und steigende Strompreise angetrieben.
Während in den Anfangsjahren vor allem Einfamilienhäuser mit Solar ausgestattet wurden, geht der Trend immer stärker in Richtung grosse Dachanlagen auf Industriegebäuden, Logistikzentren und landwirtschaftlichen Gebäuden. Diese Anlagen profitieren von Skaleneffekten und niedrigeren Kosten pro kWp.
Immer mehr Solaranlagen werden mit Batteriespeichern kombiniert. Die sinkenden Speicherpreise und die Möglichkeit, den Eigenverbrauch deutlich zu steigern, machen Speicherlösungen zunehmend attraktiv.
Ein besonderer Trend in der Schweiz sind grossflächige Solaranlagen in den Alpen. Diese «Alpine Solarkraftwerke» profitieren von höherer Einstrahlung und produzieren besonders im Winter viel Strom. Projekte wie die Anlage auf der Muttsee-Staumauer zeigen das grosse Potenzial.
Die Kombination von Landwirtschaft und Solarenergie – sogenannte Agri-PV – gewinnt auch in der Schweiz an Bedeutung. Spezielle Aufständerungssysteme ermöglichen die gleichzeitige Nutzung der Fläche für Landwirtschaft und Stromproduktion.
Trotz des starken Wachstums steht die PV-Branche in der Schweiz vor einigen Herausforderungen:
Die Zukunft der PV-Branche in der Schweiz ist vielversprechend. Die Energiestrategie 2050 sieht einen massiven Ausbau der Solarenergie vor. Bis 2050 soll Solarstrom den grössten Anteil an der Schweizer Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ausmachen.
Technologische Innovationen wie bifaziale Module (die auch von der Rückseite Licht aufnehmen), Perowskit-Solarzellen und gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) werden die Effizienz weiter steigern und neue Anwendungsfelder erschliessen.
Für die Schweiz als Innovationsstandort bietet die Solarbranche grosse Chancen: Neue Arbeitsplätze, technologische Kompetenz und eine nachhaltige Energieversorgung – alles unter dem Zeichen der Sonne.
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