Eines der hartnäckigsten Vorurteile gegenüber Solaranlagen lautet: Im Winter bringt das nichts. Doch stimmt das wirklich? Wir schauen uns die Fakten an und zeigen, wie viel Strom eine Solaranlage in der Schweiz tatsächlich im Winter produziert.
Die Winterproduktion in Zahlen
Im Winterhalbjahr (Oktober bis März) produziert eine Solaranlage in der Schweiz rund 25-35% ihres Jahresertrags. Bei einer typischen 10 kWp-Anlage mit einem Jahresertrag von 10'000 kWh sind das immerhin 2'500 bis 3'500 kWh, genug um einen erheblichen Teil des Winterstrombedarfs zu decken.
Warum die Winterproduktion besser ist als gedacht
Mehrere Faktoren sorgen dafür, dass die Winterproduktion besser ausfällt als oft angenommen:
- Kalte Temperaturen: Solarmodule arbeiten bei Kälte effizienter. Der Wirkungsgrad steigt bei niedrigen Temperaturen um 0.3-0.5% pro Grad unter 25 Grad Celsius.
- Schnee-Reflexion (Albedo): Schnee reflektiert Sonnenlicht und erhöht die Einstrahlung auf die Module, besonders in den Alpen.
- Klare Luft: Im Winter ist die Luft oft klarer als im Sommer, was die direkte Sonneneinstrahlung begünstigt.
- Hohe Momentanleistung: An klaren Wintertagen können kurzzeitig sogar höhere Momentanleistungen als im Sommer erreicht werden.
Alpine Solaranlagen: Die Winter-Champions
Besonders beeindruckend sind die Wintererträge von Solaranlagen in den Schweizer Alpen. Auf über 2'000 Metern Höhe produzieren PV-Anlagen bis zu 50% mehr als vergleichbare Anlagen im Mittelland und einen grösseren Anteil davon im Winter.
Projekte wie die Anlage an der Muttsee-Staumauer zeigen, dass alpine Solaranlagen einen bedeutenden Beitrag zur Winterstromversorgung leisten können. Die vertikale Montage ist besonders effektiv, da die tief stehende Wintersonne direkt auf die Module trifft.
Tipps für bessere Wintererträge
- Steilerer Neigungswinkel: Ein Winkel von 40-60 Grad fängt die tief stehende Wintersonne besser ein und lässt Schnee leichter abrutschen.
- Süd-Ausrichtung: Im Winter ist eine Südausrichtung besonders vorteilhaft.
- Verschattungsfreiheit: Achten Sie darauf, dass keine Bäume oder Gebäude die Module im Winter verschatten, wenn die Sonne tief steht.
- Batteriespeicher: Ein Speicher hilft, den tagsüber produzierten Winterstrom für Abend und Nacht zu nutzen.
Eigenverbrauch im Winter
Im Winter fällt die Solarproduktion zeitlich oft mit dem höchsten Verbrauch zusammen, tagsüber wenn geheizt, gekocht und gelebt wird. Das bedeutet, dass der Eigenverbrauchsanteil im Winter tendenziell höher sein kann als im Sommer, was die Wirtschaftlichkeit verbessert.
Winter-Ertrag berechnen
Finden Sie heraus, wie viel Ihr Dach auch im Winter produzieren kann.
Jetzt berechnen