Rund um Solarenergie kursieren zahlreiche Mythen und Missverständnisse. Von «die Schweiz hat zu wenig Sonne» bis «Solarmodule sind umweltschädlich» – wir nehmen die zehn häufigsten Vorurteile unter die Lupe und prüfen sie mit Fakten.
Mythos 1: «Die Schweiz hat zu wenig Sonne für Solar»
Fakt: Die Schweiz erhält im Mittelland über 1'500 Sonnenstunden pro Jahr und eine Globalstrahlung von 1'100-1'300 kWh/m². Das ist vergleichbar mit Süddeutschland, wo Solarenergie hervorragend funktioniert. In den Alpen sind sogar bis zu 2'000 Sonnenstunden und 1'600 kWh/m² möglich.
Mythos 2: «Solaranlagen rechnen sich nicht»
Fakt: Mit einer Amortisationszeit von 10-14 Jahren und einer Lebensdauer von 25-30+ Jahren erwirtschaftet eine Solaranlage über ihre gesamte Lebensdauer einen deutlichen Gewinn. Die jährliche Rendite liegt typischerweise bei 5-8%, was sie zu einer der attraktivsten Investitionen für Hausbesitzer macht.
Mythos 3: «Solarmodule sind umweltschädlich in der Herstellung»
Fakt: Die Energierückgewinnungszeit eines modernen Solarmoduls beträgt nur 1-2 Jahre. Danach produziert es während über 25 Jahren sauberen Strom. Zudem sind über 95% der Materialien recyclebar. Die CO₂-Bilanz ist um ein Vielfaches besser als bei fossilen Energien.
Mythos 4: «Im Winter bringt Solar nichts»
Fakt: Auch im Winter produzieren Solaranlagen relevante Mengen Strom. Rund 30% des Jahresertrags fallen im Winterhalbjahr an. An klaren Wintertagen mit Schnee-Reflexion können sogar kurzzeitig höhere Leistungen als im Sommer erreicht werden, da die kühleren Temperaturen den Modulwirkungsgrad verbessern.
Mythos 5: «Solarstrom ist zu teuer»
Fakt: Solarstrom ist heute weltweit die günstigste Form der Stromerzeugung. In der Schweiz liegt der Gestehungspreis von Solarstrom auf dem eigenen Dach bei 8-12 Rappen pro kWh – deutlich unter dem Netzstrompreis von 25-35 Rappen. Selbst produzierter Solarstrom spart also bares Geld.
Mythos 6: «Solaranlagen brauchen ständig Wartung»
Fakt: Solaranlagen sind nahezu wartungsfrei. Sie haben keine beweglichen Teile und erfordern lediglich eine jährliche Sichtkontrolle. Regen reinigt die Module in der Regel ausreichend. Moderne Anlagen verfügen zudem über Online-Monitoring, das Abweichungen sofort meldet.
Mythos 7: «Die Entsorgung von Solarmodulen ist problematisch»
Fakt: Solarmodule bestehen hauptsächlich aus Glas, Aluminium und Silizium – allesamt gut recyclierbare Materialien. In der Schweiz kümmert sich SENS eRecycling um die fachgerechte Entsorgung. Die Recyclingquote liegt bei über 95%.
Mythos 8: «Solaranlagen senken den Wert meines Hauses»
Fakt: Das Gegenteil ist der Fall. Studien zeigen, dass Häuser mit Solaranlagen einen höheren Marktwert haben. Eine Solaranlage wird als wertvermehrende Investition betrachtet und macht die Liegenschaft für potenzielle Käufer attraktiver.
Mythos 9: «Für Solar braucht man ein Süddach»
Fakt: Auch Ost- und Westdächer eignen sich hervorragend für Solaranlagen. Sie liefern zwar etwas weniger Gesamtertrag als ein Süddach, produzieren dafür aber gleichmässiger über den Tag verteilt, was den Eigenverbrauch erhöht. Selbst Norddächer können in bestimmten Fällen wirtschaftlich sein.
Mythos 10: «Die Technologie entwickelt sich zu schnell – besser noch warten»
Fakt: Dieses Argument hört man seit über 20 Jahren. Die Realität: Die grössten Preissenkungen liegen bereits hinter uns. Jedes Jahr, das man wartet, ist ein Jahr verlorener Stromproduktion und verpasster Einsparungen. Die aktuelle Technologie ist ausgereift und zuverlässig.
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